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Diebische Affen, wilde Parties und Plumpsklos

Leben im Dschungel Sri Lankas

Leben im Dschungel Sri Lankas. Klingt doch richtig schön romantisch und idyllisch, oder? Bestimmt denkt ihr dabei an riesige Palmen, die sanft im Wind wogen, exotische Vögel die ihre bezaubernden Lieder singen, Affen die verspielt von Baum zu Baum springen und eine alles einnehmende Ruhe, die zum Meditieren einlädt. Aber ist es denn wirklich so, wenn man im waschechten Dschungel lebt? 

Eine Straße die in ein einheimisches Dorf führt

Diese Fragen und viele mehr werde ich euch in diesem Beitrag beantworten. Ich werde über meine ganz persönliche Erfahrung vom Leben im Dschungel Sri Lankas berichten und meine Sicht der Dinge mit euch teilen. Deshalb möchte ich vorwegnehmen, dass Erfahrungen immer subjektiv sind und sich für jeden ganz anders anfühlen können.  Dieser Erfahrungsbericht soll auch nicht dazu da sein, irgendeine Lebensweise als die bessere oder die schlechtere abzustempeln. Er soll dazu anregen sich genauer mit der Kultur und der Lebensrealität unserer Reiseländer zu beschäftigen und neugierig zu sein.

Außerdem sollten wir so viel mehr dankbar sein, für die zahlreichen Privilegien die uns in westlichen Ländern oft zu teil werden. Ich beschreibe hier lediglich, wie ich mich, aus einer gänzlich anderen Kultur kommend, gefühlt habe als ich in eine mir vollkommen neue Welt eingetaucht bin. Ohne zu verurteilen, ohne zu kategorisieren, immer darauf bedacht die Zusammenhänge zu verstehen und zu lernen. Denn ich habe mich bewusst für ein Leben im Dschungel Sri Lankas entschieden. Die Einheimischen können nicht einfach so gehen, wenn es ihnen dort nicht mehr gefällt.

Aber lasst mich erst einmal von vorn beginnen:

Als ich 2019 das zweite Mal nach Sri Lanka reiste, dauerte es nicht lange bis ich mich verliebte und länger auf der Insel bleiben wollte. Und als mein damaliger Partner mich kurzerhand einlud, doch zu ihm in den Dschungel zu ziehen, sagte ich nicht nein. Denn wie sollte es auch anders sein, das Leben im Dschungel würde wie oben beschrieben einfach wunderschön werden. Ich war mir sicher, es musste so sein.  

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Das Haus in dem ich 5 Monate lang lebte von außen

Das erste Mal, als ich das Haus zu Gesicht bekam, fuhren wir in finsterer Nacht mit einem Auto einen gefühlt endlosen Schotterweg entlang. Um mich herum konnte ich genau gar nichts erkennen, es ging nach oben und nach unten, um tausend Kurven und ich fragte mich wo um alles in der Welt wir denn eigentlich hier gelandet waren. Plötzlich eine Vollbremsung. Denn nur zwei Meter vor dem Auto kroch eine Python über den Sandweg. Sie war so lange, dass ich weder ihren Kopf noch das Ende ihres Schwanzes erkennen konnte. Mein Herz schlug schneller. Mit so einer Wildtierbeobachtung hatte ich nicht gerechnet. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht, dass ich nur wenige Wochen später selbst in dem Stück Dschungel leben sollte, in dem die Python gerade verschwunden war.  

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Eines von vielen wundersamen Insekten im Dschungel

Von Menschen in Käfigen und Katzenwäsche 

Als ich damals in das kleine orange Haus unter Palmen einzog, gab es ein großes Wohnzimmer, 3 kleine Zimmer, ein Durchgangszimmer und eine Küche im Haus. Nur im Wohnzimmer und in einem Schlafzimmer gab es eine Decke. Das bedeutet, dass man in allen anderen Zimmern direkt das Dach sehen konnte, von dem immer mal wieder Staub rieselte. Umgeben war das süße Häuschen von tropischen Pflanzen wie Palmen, Mango-Bäumen, Jackfruit-Bäumen, Orchideen und vielen weiteren die ich im Laufe der Zeit kennen lernen sollte. Viele Pflanzen, die wild im Dschungel wachsen, können gegessen und verkocht oder zu Kosmetik- und Medizinprodukten verarbeitet werden. Zu sehen mit was für einer Vielfalt an nutzbaren Pflanzen das Land gesegnet ist, war unglaublich interessant für mich und ist es bis heute.  

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Die Pflanzenvielfalt in Sri Lanka ist unglaublich

Mit uns im Haus lebte auch die Mama meines Expartners (so wie auch heute noch). Dies war mir nicht von Anfang an bewusst, da sie eigentlich bei ihrer Mutter in einer anderen Stadt lebte. Als sie aber hörte, dass ihr Sohn mit einer Frau im Haus leben würde, zog sie zu uns um sich von nun an um mich zu kümmern. Gerade am Anfang fühlte es sich so an, als würde die ganze Großfamilie und sämtliche Nachbarn bei uns wohnen. Ich war die erste und einzige Ausländerin im ganzen Dorf. Alle waren aufgeregt und vor allem neugierig. Wer war die Zugezogene und was machte sie so, den lieben langen Tag? 

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Oma und ihre Freundinnen beim Kochen

So kam es oft vor, dass ich Leute hinter Büschen stehen sah, die mich beobachteten. Natürlich konnte ich das größtenteils verstehen, aber wenn du dann gerade auf dem Weg in die Dusche oder zum Toilettenhäuschen bist, kann das ganz schön unangenehm sein. Oft fühlte ich mich dadurch wie ein Zootier im Käfig. Stichwort Toilette. Denn das war definitiv ein Thema, mit dem ich sehr lange Probleme hatte, denn: 

Es gab nur ein Plumpsklo. Also eine in den Boden eingelassene Platte mit einem Loch, in das die Exkremente fielen. Zwar von Mauern und einem Dach umgeben und mit einem Kübel Wasser zum Waschen und Runterspülen ausgestattet, aber mit genug Öffnungen an ungünstigen Stellen, sodass Privatsphäre nicht möglich war. Zusätzlich befand sich dieses Häuschen auch noch mitten auf dem Hinterhof, nur zwei Meter von der Küche entfernt, in dem sich immer irgendwer aufhielt. Das führte dazu, dass ich oft den richtigen Moment abpasste, um ungestört auf dem Klo zu verschwinden. Oder ich wartete, bis wir in irgendeiner Bar einkehrten und ich ein echtes stilles Örtchen aufsuchen konnte, das seinem Namen auch gerecht wurde.  

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Wenn sich die Schlange aufs Plumpsklo verirrt

Mit der Dusche gab es ähnliche Probleme, denn ein echtes Badezimmer gab es nicht. Nur ein circa ein Meter tiefes Becken, in dem Wasser gesammelt wurde, wann immer Wasser zur Verfügung stand. Und dies ist in Sri Lankischen Dörfern nicht immer der Fall. Oftmals funktionieren die Wasserleitungen nur alle zwei Tage für ein paar Stunden. In dieser Zeit muss man dann schauen, dass man seine Wassertanks auffüllt. Verabsäumt man dies, hat man keine Möglichkeit an Wasser zu kommen, bis die Leitungen wieder freigeschalten werden.

Unser Wasserbecken war von vier Wänden umgeben, als Tür diente ein alter Vorhang. Und waschen konnte man sich nur mit kaltem Wasser und einem Eimer. An und für sich im heißen Sri Lanka gar nicht so schlimm. Aber wenn man dann doch mal krank war, es regnete oder die Temperaturen kühler waren kostete es manchmal einiges an Überwindung sich trotzdem um seine Körperhygiene zu kümmern. Über meinen Kopf sprangen mehr als einmal Affen hinweg und auch vor einer Kokos-Nuss-Wurf-Attacke blieb ich nicht verschont. 

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Unsere Nasszelle mit Vorhang

Dazu muss ich sagen, dass sogar so eine Nasszelle in einheimischen Dörfern nicht selbstverständlich ist. Viele Menschen haben keine Möglichkeit sich zu Hause zu waschen. Sie müssen die örtlichen Brunnen aufsuchen, die es häufig zu finden gibt. Diese dienen als Treffpunkt, Badezimmer und Waschplatz für Kleidung. 

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Ein typischer Waschplatz im Dorf (rechts)

Von Einbrechern und „schlechten Manieren“ 

Das, was für mich aber am gewöhnungsbedürftigsten war, waren die Besucher, die ständig unangemeldet plötzlich bei uns im Haus auftauchten. Und wenn ich sage IM Haus, dann meine ich auch im Haus. In Österreich wäre es undenkbar, dass dein Nachbar, ohne zu fragen oder wenigstens Hallo zu sagen in dein Haus spaziert. Sich während du kochst, neben dich auf einen Stuhl setzt, um dir dabei zu zuschauen oder mit dir zu quatschen. In Sri Lanka ist das die Normalität.  Es ist so, als wäre jeder Tag ein Tag der offenen Tür.  

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Taube auf dem Dach unseres Hauses

Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Morgen im Haus erinnern. Aufgeweckt wurde ich nämlich durch eine männliche unbekannte Stimme, die direkt neben mir stand. Als ich meine Augen aufschlug und den jungen Mann neben meinem Bett entdeckte, erschrak ich. Denn ich hatte nichts, aber auch gar nichts an. Er erschrak auch, schließlich wollte er nur seinen Freund besuchen. Von meinem Einzug hatte er bislang noch nichts mitbekommen.  

Ein Hallo oder ein Tschüss gibt es so gut wie gar nicht. Was wir als schlechte Manieren oder schlichtweg Unhöflichkeit interpretieren würden ist im Sri Lankischen Sprachgebrauch einfach nicht verankert. So kann es also vorkommen, dass plötzlich jemand neben dir steht, den du nicht kommen sahst. Und genauso plötzlich verschwindet er lautlos wieder, ohne dass du Notiz davon nimmst.  

Paarzeit in Sri Lanka? Ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindest im Dschungel. Wann immer wir mit einem kühlen Bier im Garten saßen und jemand Notiz von uns nahm, dauerte es nur zwei Minuten, bis wir eine ganze Schar junger Männer um uns versammelt hatten. Da es aber als unhöflich gilt kann man auch niemanden wegschicken. Außerdem würde es den Einheimischen sowieso nie einfallen jemanden zum Gehen zu bitten. Denn warum sollte man denn jemals allein sein wollen?

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Die obligatorische Runde Carrom (Brettspiel)

Sogar mit ausgeschalteten Lichtern versuchten wir abends ein bisschen Zeit für uns zu haben und gemütlich im Garten zu sitzen. Aber es half alles nichts. Sobald uns jemand reden hörte, wurden wir buchstäblich belagert. Aber es hatte auch seine guten Seiten. Ich lernte innerhalb kurzer Zeit das Lieblingskartenspiel der Einheimischen (Omi) und verstand nach fünf Monaten im Dschungel die Sprache so gut, dass ich zwar nicht antworten, aber immerhin dem Gesprächsverlauf folgen konnte. Was mich noch tiefer in die Sri Lankische Kultur eintauchen ließ und mir half, viele kulturelle Aspekte zu verstehen.  

Von Partys im Dschungel und dem Geheule der Hunde 

Dschungel. Das klingt für mich so friedlich. So naturnah. So voller Ruhe und exotischer Geräusche wie das Kichern von Affen und das Singen farbenfroher Vögel.  

Aber nichts da. Die einzigen ruhigen Stunden im Dschungel sind vermutlich die zwischen fünf und sieben Uhr früh. Denn dann erwachen der Dschungel und seine Bewohner zum Leben und der Lärmpegel steigt kontinuierlich an.  

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Its a mans world

Die ersten sind morgens meistens die Hunde (meist Straßenhunde), die nach kurzer Nachtruhe schon wieder beschließen ihr Revier zu verteidigen und wie verrückt kläffend durch den Dschungel ziehen. Gefolgt von Affenhorden, die sich in die Haare bekommen und wild zeternd durch die Bäume schwingen.  

Wenn die Einheimischen aufstehen, sind erst einmal die nicht zu überhörenden Geräusche der Morgenhygiene zu vernehmen. Lautes Räuspern, Spucken, Husten und Würgen sind nur einige davon. Körperhygiene wird in Sri Lanka sehr ernst genommen. Und man trägt dafür Sorge, dass auch das letzte bisschen Schleim, das sich in der Nacht im Körper angesammelt haben könnte, am Morgen wieder den Ausgang findet.  Was ich früher als eklig empfunden hätte, ist heute für mich ganz normal und ganz selbstverständlich Teil der einheimischen Körperhygiene.

Je mehr Menschen wach werden, desto mehr Geschrei ist zu vernehmen. Leises Reden gibt es oft nicht, weil die Gesprächspartner aus verschiedenen Zimmern an den Gesprächen teilnehmen und eben über alle Mauern hinweg kommuniziert wird. So kommt man oft in die Situation Gespräche mitzubekommen, die man eigentlich gar nie hören wollte und die ganze Nachbarschaft von den Problemen der jeweiligen Familien weiß. 

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Nachmittagsbeschäftigung im Dschungel: Angeln

In unserem Nachbarshaus leben, wie so oft, mehrere Generationen unter einem Dach. Und als der Patriarch des Hauses wieder einmal mit seinen Freunden um die Häuser zog und in den frühen Morgenstunden betrunken nach Hause zurückkehrte und hineinwollte, fand er die Tür verschlossen vor. Da es wohl schon öfter zu handgreiflichen Situationen mit ihm gekommen war (auch das ist leider in Sri Lanka keine Seltenheit und wird vielleicht von mir in einem anderen Beitrag thematisiert werden) wollte ihm auch niemand die Tür öffnen. Also begann dieser vermutlich 45-Jährige Mann zu weinen und seine Mutter auf Knien anzuflehen ihm die Tür zu öffnen. Denn er habe Hunger und es wäre ihm kalt.

Auch diese für mich in dem Moment sehr skurrile Situation ist absolut keine Seltenheit und in Sri Lanka kaum der Rede wert.  Ich musste lachen und traute meinen Ohren nicht. Ich fragte in die Runde: „Ist das gerade euer Nachbar der da weint wie ein Baby weil ihm kalt ist und er Hunger hat?“ Aber alle anderen schenkten ihm kaum Aufmerksamkeit und fuhren unbeeindruckt mit ihren Tätigkeiten fort.

Neben all den Geräuschen die ich bislang schon aufgezählt habe gibt es noch einige mehr. 

Denn oft ertönt Musik aus verschiedenen Lautsprechern gleichzeitig. Zu absolut jeder möglichen Tageszeit. Die Einheimischen stört das so gut wie nie. Fast jede Nacht findet irgendwo im näheren Umfeld eine Party statt, bei der einheimische Männer (das Patriarchat lässt grüßen) zu viele Flaschen Arrak trinken und sich lautstark die ganze Nacht vergnügen. Was oft in Streit und lauten, nicht selten gewalttätigen Auseinandersetzungen endet. Die Lautsprecher, die lokale Musik oder Techno spielen, sind meist auch bis zum Anschlag aufgedreht.  

Und wenn es keine Party ist, die mit ihren Lautsprechern den ganzen Dschungel beschallt, dann eine religiöse Zeremonie. Denn auch bei Beerdigungen, Andachten, Segensfeierlichkeiten und so weiter werden vor und um das ganze Haus herum, Lautsprecher angebracht. Damit die ganze Nachbarschaft etwas von den Mantras (heilige buddhistische Verse) hat, die im Zuge dieser Zeremonien die ganze Nacht gebetet werden.  

Auch ich hatte oft die Ehre, an solchen Zeremonien teilnehmen zu dürfen. Was ich immer sehr gerne tue und ich mit großem Interesse verfolge. Nur einmal, als eine solche Andacht zu Ehren des Opas meines Expartners in unserem zu Hause abgehalten wurde, war mir ein bisschen nach weinen zu mute. Ich war den ganzen Tag schon kränklich gewesen und mir ging es nicht so gut. Die Zeremonie wurde aber im Wohnzimmer abgehalten.

Also wurde schon am Nachmittag eine Art Tempel im Wohnzimmer aufgebaut, die Mönche des lokalen Tempels wurden mit Tuk Tuks vorgefahren und hielten dann eine die ganze Nacht dauernde Zeremonie ab. Um das Haus waren überall Lautsprecher verteilt, durch die die Mantras durch den Dschungel schallten. Vor dem Haus war ein Catering Service damit beschäftigt die ganze Nachbarschaft zu verpflegen und zu später Stunde versammelten sich sämtliche Männer des Dorfes in unserem Garten, um zu trinken, zu rauchen und Karten oder Carrom (ein Brettspiel) zu spielen. Nach zwei Versuchen ein bisschen zu schlafen (das Schlafzimmer lag genau neben dem Wohnzimmer, das zum Tempel umfunktioniert worden war, ohne irgend eine Form der Schallisolierung), habe ich schließlich resigniert und auch Karten gespielt, bis ich vor Müdigkeit die Mantras nicht mehr hörte.  

Von Knallfröschen und klassischer Musik im Dschungel 

Tuk Tuks und Motorräder tragen ihr Übriges zum Lärmpegel bei, obwohl die Melodie des Bäckerei Tuk Tuks, das einmal am Tag seine Leckereien zum Kauf anbietet, ja schon fast legendär ist (Für Elise von Beethoven).  

Hier und da explodiert außerdem ein Knallkörper, wenn wieder irgendwo Affen aus Gärten verscheucht werden. Denn diese werden von den Einheimischen als Diebe betrachtet und gar nicht gerne gesehen. Als ich gesagt habe, wie anmutig und schön ich die grauen Languren finde, wurde ich nur ungläubig angesehen und belächelt. Denn das wären doch schließlich die allerschlimmsten Affen. 

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Der Ceylon Hutaffe

Das Thema Tiere ist generell eines, mit dem man sich im Dschungel wohl oder übel auch beschäftigen muss. Denn so tierlieb ich auch bin und so gerne ich alle möglichen Tiere aus sicherer Nähe betrachte, im Haus haben muss ich nicht alle davon.  

Es kommt nicht sehr häufig vor, aber Schlangen sind definitiv Teil des Dschungels und immer wieder verirren sie sich in die Nähe von Menschen. Aber eines ist klar, mit Absicht tun sie das nicht, bedeutet ein Zusammenstoß mit Einheimischen nicht selten ihren Tod. Vor allem wenn es sich dabei um Giftschlangen handelt.

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Eine ungifitge Rattenschlange nach ihrem Angriff auf den Taubenschlag

Als ich damals in das Haus einzog, hatte mein Expartner einen Taubenschlag im Garten, in dem circa 50 Tauben lebten.  Jeden Tag ließ er sie zum Fliegen und sich bewegen raus und sie nahmen, ganz zum Leidwesen seiner Mutter, den ganzen Hinterhof ein. Oft kam es vor, dass sich Schlangen in den Käfig der Tauben verirrten, weil sie an die Eier kommen wollten und mehr als einmal habe ich erfolglos mit Einheimischen diskutiert, um sie am Leben zu lassen. Natürlich ist das erstmal ein großer Schock, wenn eine zwei Meter Schlange vor dir liegt, aber faszinierend anzusehen sind sie dennoch. Dasselbe gilt für Skorpione, Frösche und Vogelspinnen, die sich auch gern mal in das innere der Häuser verirren.

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So bald es regnet kommen die Frösche und Kröten in Scharen

Es ist definitiv kein schönes Gefühl, wenn man den Fuß aus dem Bett schwingt und fünf Zentimeter neben einem einen schwarzen Skorpion erblickt. Auch ist es nicht sonderlich lustig, wenn man sich an den Tisch setzt und sich eine Vogelspinne von dessen Unterseite auf den Boden fallen lässt, nur um dann blitzschnell an einem vorbeizudüsen und die nächste Wand hochzuklettern. Je länger man im Dschungel lebt, desto besser lernt man mit dieser Art von Begegnungen umzugehen. Und tatsächlich gibt es auch Monate, in denen einem kein einziges Tier über den Weg läuft. Aber sie sind da. Das ist klar. Auch wenn wir sie nicht immer sehen können. Schließlich leben wir Menschen in ihrem Lebensraum, dem Dschungel, und nicht umgekehrt.Und Zusammentreffen dieser Art gehören dazu, zum Leben im Dschungel Sri Lankas.   

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Kennst du noch die Spinnen aus Harry Potter an denen die Flüche geübt wurden? Die gibt es wirklich! Und das ist noch ein kleines Exemplar.

Gute Gründe für ein Leben im Dschungel Sri Lankas

Und wenn ihr jetzt glaubt, all diese Gründe sind absolut ausreichend, um euch von einem Leben im Dschungel abzuhalten, dann seid euch sicher mir würden noch ein paar weitere einfallen. Diese möchte ich aber im Zuge von anderen Beiträgen aufgreifen.  

Tatsache ist aber, dass mir auch hunderte Gründe einfallen würden, warum es einfach unbeschreiblich schön ist, in einem einheimischen Dorf im Dschungel Sri Lankas zu leben (auch die werde ich euch bestimmt demnächst aufschreiben).

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Ausblick vom Garten

Diese fünf Monate im alten Haus, bevor wir in eine Art Einliegerwohnung in unser Hostel gezogen sind, haben mich viel gelehrt und mir Einblicke in die Sri Lankische Kultur verschafft, wie sie sonst niemand bekommt. Authentisch und ungefiltert. Das war nicht immer schön, aber nun mal eben Realität. Fernab vom Paradies, das den Touristen vorenthalten bleibt. Sri Lanka ist das zu Hause, dass die Einheimischen im Herzen tragen. Doch wünschen sich viele auszuwandern und tun es auch. Viele gehen in die Golfstaaten, Amerika oder Kanada.

Auch hat sich in den letzten fünf Jahren sehr viel getan. Das Haus, das mittlerweile meinen Kindern gehört, sieht nach den Renovierungen in den letzten zwei Jahren ganz anders aus und wir haben Annehmlichkeiten, von denen viele unserer Nachbarn leider nur träumen können. Auch über das neue Haus und wie sich das Leben im Dschungel Sri Lankas jetzt mit zwei kleinen Kindern anfühlt, möchte ich euch gerne demnächst berichten. 

Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Beitrag zu lesen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr ihn kommentieren würdet und mir mitteilt, was eure Meinung dazu ist.

Ganz viel Liebe,

Simona

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Ich mit meinen Hunden und meinem ersten Saree 2019

Zum Abschluss noch ein paar Fakten über Sri Lanka:  

Auf Sri Lanka leben ungefähr 22 Millionen Menschen (18% davon in Städten).  

Sri Lanka hat eine unglaubliche Pflanzenvielfalt, sage und schreibe 6800 verschiedene Arten konnten bislang gezählt werden. Österreich zählt zum Vergleich etwa 3000 Pflanzenarten und Deutschland 10300, wobei Sri Lanka ungefähr die Größe Bayerns hat. 

70,2% Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten.  

Sri Lanka wird als Entwicklungsland bezeichnet und etwa ein Viertel der Sri Lankischen Bevölkerung befindet sich unterhalb der Armutsgrenze, was sich aber durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr nur verstärkt haben dürfte. 

Mehr über die Auswirkungen und Hintergründe der Wirtschaftskrise in Sri Lanka könnt ihr hier lesen. 

https://www.amnesty.ch/de/laender/asien-pazifik/sri-lanka/dok/2022/menschenrechtskonforme-massnahmen-sind-entscheidend-um-hunger-und-armut-zu-stoppen

https://www.nzz.ch/international/sri-lanka-die-wirtschafts-und-schuldenkrise-ist-ungeloest-ld.1749821

Reiseblog, Sri Lanka,

Ein Gedanke zu „Diebische Affen, wilde Parties und Plumpsklos“

  1. Liebe Simona. Unendlichen Dank dass du hier sehr spannenden Situation des täglichen Lebens in Sri Lanka und vorallem deine eigenen Erfahrungen mit und teilst. Ich liebe deine Art zu schreiben und bin schon sehr gespannt auf weitere Blogs und Geschichten deines und den Leben deiner Jungs.
    Unendlich viel Liebe an euch 3

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